Herzlich Willkommen auf der

offiziellen Website zur Wanderausstellung zum NS-Krankenmord in Weilburg!

Vom 12. Januar bis zum 25. Februar präsentiert das Kinder- und Jugendparlament der Stadt Weilburg an der Lahn gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) die Wanderausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ im Kabinett des Bergbau – und Stadtmuseums Weilburg.

Auf dieser Website möchten wir Sie ausführlich über die Ausstellung, deren Inhalte, unser Begleitprogramm und die diversen Angebote für Schulen informieren.

Viel Spaß beim Stöbern.

Angelika Klaus

Vorsitzende des Kinder- und Jugendparlamentes

Markus Huth

Ausstellungsinitiator Schriftührer des Kinder- und Jugendparlamentes

Die Ausstellung

Die Wanderausstellung der DGPPN wurde in Kooperation mit den Stiftungen „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ und „Topographie des Terrors“ erstellt und bereits von mehr als 280.000 Menschen besucht. Nachdem sie 2014 im Deutschen Bundestag unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet wurde, war und ist sie national und international an vielen Standorten zu sehen.

Die Ausstellung wurde bisher in verschiedenen Einrichtungen wie Parlamenten, Gedenkstätten, Kongressen oder Kliniken präsentiert und stellt häufig mithilfe eines Begleitprogramms einen konkreten Bezug zu der jeweiligen Region her.

Bis zu 400.000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 zwangssterilisiert, mehr als 200.000 wurden ermordet. Bei der Selektion der Patienten wurde der vermeintliche „Wert“ des Menschen zum leitenden Gesichtspunkt. Ärzte, Pflegende und Funktionäre urteilten nach Maßgabe von „Heilbarkeit“, „Bildungsfähigkeit“ oder „Arbeitsfähigkeit“ über die ihnen Anvertrauten. Dabei fand die Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung auffälliger, störender und kranker Menschen innerhalb des damaligen Anstalts- und Krankenhauswesens statt.

Die Wanderausstellung richtet sich gezielt an ein breites Publikum: Sie nimmt die Frage nach dem Wert des Lebens als Leitlinie und beschäftigt sich mit den gedanklichen und institutionellen Voraussetzungen der Morde, sie fasst das Geschehen von Ausgrenzung und Zwangssterilisationen bis hin zur Massenvernichtung zusammen, beschäftigt sich mit exemplarischen Opfern, Tätern, Tatbeteiligten und Opponenten und fragt schließlich nach der Auseinandersetzung mit dem Geschehen von 1945 bis heute. Exemplarische Biografien ziehen sich durch die gesamte Ausstellung: In den Akten der Opfer werden die vielen verschiedenen Akteure fassbar, die an den Verbrechen beteiligt waren. Ihren Blicken auf Patienten werden deren eigene Äußerungen gegenübergestellt.

Den Schlusspunkt der Ausstellung bilden zahlreiche Stimmen, die das damalige Geschehen von heute aus reflektieren und sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage stellen, welche Bedeutung es für sie persönlich hat: Ärzte, Politiker, Vertreter von Selbsthilfeverbänden, Angehörige von Opfern, Pflegepersonal, Vertreter der Gesundheitsverwaltung und andere.

Vom 12. Januar bis zum 25. Februar 2018 wird die begehrte Wanderausstellung der DGPPN durch Initiative von Markus Huth, Vorstandsmitglied des Kinder- und Jugendparlamentes Weilburg, nun im Kabinett des Weilburger Stadtmuseums präsentiert werden. Ergänzt wird die Präsentation durch ein umfangreiches Begleitprogramm.

Quelle: www.dgpnn.de/ausstellung – Bearbeitet und ergänzt durch Markus Huth.

Ausstellungsinhalt

Die fünf Kapitel der Ausstellung im Überblick:

Kapitel 1: „Fotoalbum“

Am Anfang der Ausstellung stehen Fotografien, wie man sie normalerweise in Familienalben findet: Sie zeigen Opfer der NS‐„Euthanasie“‐Morde und der Zwangssterilisationen. Bevor sie in Anstalten eingewiesen wurden, lebten sie in ihren Familien, hatten Freunde oder Kollegen. Nicht immer kennen die Nachfahren heute ihre Geschichte. Über viele der Toten wurde später auch in ihren Familien geschwiegen.

Ihnen gegenüber zeigt das „Fotoalbum“ Fotografien von Tätern und Tatbeteiligten: Ärzte, Krankenschwestern, Fahrer, „Leichenbrenner“ und Verwaltungskräfte, die am Patientenmord mitwirkten. Auch sie sind überwiegend in privaten Situationen zu sehen ‐ wie in einem familiären Fotoalbum. Viele von ihnen verblieben nach 1945 in ihren Funktionen.

Kapitel 2: „Die Frage nach dem Wert des Lebens“

Die Abteilung führt mit Zitaten in die Ideengeschichte von Zwangsterilisationen und „Euthanasie“ ein. Im Zentrum stand der Gedanke, man könne einen Wert menschlichen Lebens bemessen, der höher oder
niedriger sein könne. Die Eugenik ging von der Vorstellung aus, Fortpflanzung müsse gesteuert werden, um den erbbiologischen Niedergang einer Nation aufzuhalten und die menschliche Höherentwicklung
voranzutreiben. Gezeigt werden Ausschnitte aus Lichtbildreihen aus den 1920er und 1930er Jahren, mit
denen diese Ideen in der Öffentlichkeit propagiert wurden, sowie Ausschnitte aus einer Lichtbildreihe, die den Fortschrittsoptimismus der damaligen Psychiatrie zur Anschauung bringen sollte.

Kapitel 3: „Rassenhygienische Politik“

Nach 1933 wurde die Rassenhygiene in Deutschland zum politischen Programm: Die Sozial‐ und Gesundheitspolitik sollte sich am „Erbwert“ des Menschen orientieren. Dokumente und Abbildungen beschäftigen sich mit dem Versuch, die gesamte Bevölkerung „erbbiologisch“ zu erfassen und mit der zwangsweisen Sterilisation von bis zu 400 000 Menschen im Nationalsozialismus.
Eindrückliches Zeugnis sind die Zeichnungen, die der zwangssterilisierte und später ermordete Wilhelm Werner hinterlassen hat. Sie bringen zum Ausdruck, was dieser fundamentale Angriff auf Körper und Persönlichkeit für ihn bedeutete.

Kapitel 4: „Mord“

Im Herbst 1939 begann die systematische Erfassung und im Januar 1940 die Ermordung kranker und behinderter Menschen. Bis zu 300 000 Anstaltspatienten fielen ihr zum Opfer. Die größte Abteilung der Ausstellung stellt Täter und Tatbeteiligte vor und fragt nach ihren Handlungsspielräumen, aber auch nach der öffentlichen Wahrnehmung der Morde, nach den Reaktionen der Kirchen und nach den Familien der Opfer.
Die Lebensgeschichten von Opfern der Patientenmorde stehen im Mittelpunkt der Ausstellungserzählung. Fotos und Dokumente aus ihrem Privat‐ und Familienleben werden gezeigt und vermitteln ein Bild ihrer Persönlichkeit. Dokumente aus den Krankenakten der Opfer zeigen, wie viel verschiedene Akteure an den Verbrechen beteiligt waren.

Kapitel 5: „Nach 1945: Verdrängen und Erinnern“

Zwangssterilisierte, Überlebende der Mordanstalten und Angehörige ermordeter Patienten fanden nach 1945 wenig gesellschaftliche Unterstützung. Erst in den 1980er‐Jahren begann die öffentliche Erinnerung an diese Opfer. Die letzte Abteilung gibt Einblick in Nachkriegsprozesse und in den Kampf um die Anerkennung als Verfolgte des NS‐Regimes und um Entschädigung. Die historische Erzählung der Ausstellung endet, wie sie begann: mit Familienbildern. Der Maler Gerhard Richter porträtierte in den 1960er Jahren, ohne sich dessen bewusst zu sein, mit seiner Tante Marianne ein Opfer und mit seinem Schwiegervater Heinrich Eufinger einen Täter der Medizinverbrechen. Erst in den letzten Jahren begannen viele Familien, sich ihrer ermordeten und vergessenen Angehörigen zu erinnern. Den Schlusspunkt der Ausstellung bildet die Gegenwart. In 15 Videointerviews reflektieren unter anderen Angehörigen von Opfern, Vertreter von Selbsthilfeverbänden, Patienten, Ärzte und Pflegepersonal das damalige Geschehen und stellen sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage, welche Bedeutung es für sie persönlich hat.

Begleitprogramm

Ausstellungseröffnung

12. Januar 2018, 18:00 Uhr Offizielle Ausstellungseröffnung Aula des Komödienbau der Stadt Weilburg...

Führungen

Öffentliche Führungen

Fr.  12.01.2018   |   20.30
So. 14.01.2018   |   10.00
So. 14.01.2018   |   11.00 (in Englisch)
So. 14.01.2018   |   13.30
So. 14.01.2018   |   14.00 (in Englisch)
So. 14.01.2018   |   15.30
So. 14.01.2018   |   16.00 (in Englisch)
So. 18.02.2018   |   10.00
So. 18.02.2018   |   11.00 (in Englisch)
So. 18.02.2018   |   13.30
So. 18.02.2018   |   14.00 (in Englisch)
So. 18.02.2018   |   15.30
So. 18.02.2018   |   16.00 (in Englisch)
Do. 22.02.2018   |   12.30
Do. 22.02.2018   |   12.30 (in Englisch)

Kosten: 3,00 Euro/erm. 1,50 Euro(für Kinder ab 6 Jahren und Jugendlichen 21 Jahren, Studenten, Azubis, Behinderte und Senioren ab 65 Jahren) Eine Voranmeldung wird empfohlen.

Führungen für angemeldete Gruppen und Schulklassen

Kosten: 35,00 Euro pro Gruppe bis zu 30 Personen
Für Schulen und Privatgruppen besteht die Möglichkeit einer einstündigen
Führung durch die Ausstellung. Auf Wunsch kann die Führung
in leicht verständlicher Sprache durchgeführt werden.

Gruppenführungen-Buchung

Kontakt

Kontaktdaten

Fragen zur Ausstellung richten Sie bitte an:

Herrn Markus Huth

  • Zum Wingert 12a - 35781 Weilburg
  • 06471 -4920143 (Anrufbeantworter, bitte länger klingeln lassen.)
  • mail@markushuth.de

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